Braucht mein Kind eine Zahnspange?

Schiefe Zähne, Überbiss, Lücken – viele Eltern fragen sich, ob ihr Kind eine Zahnspange braucht. Hier erfährst du, welche Anzeichen auf eine Fehlstellung hindeuten, wann der richtige Zeitpunkt für den ersten KFO-Besuch ist und was die Krankenkasse übernimmt.
Braucht mein Kind eine Zahnspange? So erkennst du es
Die Frage, ob das eigene Kind eine Zahnspange braucht, beschäftigt viele Eltern. Etwa 60 Prozent aller Kinder haben eine Zahnfehlstellung – doch nicht jede davon muss behandelt werden. Manche Fehlstellungen wachsen sich aus, andere erfordern eine kieferorthopädische Korrektur. Die gute Nachricht: Du musst das nicht allein beurteilen. Trotzdem hilft es, die typischen Anzeichen zu kennen und zu wissen, wann ein Besuch beim Kieferorthopäden sinnvoll ist.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir, worauf du achten kannst, welche Fehlstellungen es gibt und wie eine Behandlung bei Kindern abläuft. So kannst du entspannt und gut informiert die nächsten Schritte planen.
Diese Anzeichen deuten auf eine Zahnfehlstellung hin
Nicht jede Zahnlücke und nicht jeder schiefe Zahn bedeutet, dass dein Kind eine Spange braucht. Es gibt aber einige Hinweise, die du als Elternteil beobachten kannst. Dabei unterscheiden wir zwischen sichtbaren Zeichen und funktionellen Auffälligkeiten.
Sichtbare Anzeichen:
- Zähne stehen schief, gedreht oder überlappen sich
- Deutliche Lücken zwischen den Zähnen
- Obere Schneidezähne stehen weit vor (Hasenzähne)
- Unterkiefer wirkt zurückgesetzt oder vorgeschoben
- Zähne treffen beim Zubeißen nicht aufeinander
Funktionelle Hinweise:
- Dein Kind lispelt oder hat Schwierigkeiten bei bestimmten Lauten
- Probleme beim Abbeißen oder Kauen
- Häufige Mundatmung statt Nasenatmung
- Schnarchen oder unruhiger Schlaf
| Anzeichen | Mögliche Bedeutung |
|---|---|
| Überlappende Frontzähne | Engstand, Platzmangel im Kiefer |
| Lücke zwischen Schneidezähnen | Kann normal sein oder auf Fehlstellung hinweisen |
| Zähne treffen nicht aufeinander | Offener Biss |
| Obere Zähne stehen stark vor | Überbiss |
| Kind atmet durch den Mund | Kann Kieferwachstum beeinflussen |
| Lispeln | Möglicherweise durch Zahnstellung bedingt |
Auch Gewohnheiten spielen eine Rolle: Daumenlutschen oder Schnuller über das dritte Lebensjahr hinaus können Fehlstellungen begünstigen. Wenn du dir unsicher bist, lass es einfach bei einem Beratungstermin abklären.
Die häufigsten Zahnfehlstellungen bei Kindern erklärt
Zahnfehlstellungen kommen in verschiedenen Formen vor. Etwa die Hälfte ist angeboren, die andere Hälfte entsteht durch äußere Einflüsse wie Nuckelgewohnheiten, Mundatmung oder frühzeitigen Milchzahnverlust. Hier die wichtigsten Typen im Überblick:
Überbiss: Die oberen Schneidezähne stehen deutlich vor den unteren – oft mehr als drei Millimeter. Das fällt optisch auf und kann das Abbeißen erschweren. Bei einem Sturz sind die vorstehenden Zähne außerdem stärker verletzungsgefährdet. Viele Kinder mit ausgeprägtem Überbiss berichten auch von Schwierigkeiten, die Lippen entspannt zu schließen.
Kreuzbiss: Beim Zubeißen greifen die Seitenzähne falsch ineinander. Die oberen Zähne stehen zu weit innen oder die unteren zu weit außen. Ein Kreuzbiss kann zu einseitiger Belastung und Kiefergelenkproblemen führen. Besonders bei Kindern ist eine frühe Behandlung wichtig, weil sich der Kiefer sonst asymmetrisch entwickeln kann.
Offener Biss: Die Zähne schließen nicht komplett – meist bleibt vorne eine Lücke. Typische Folgen sind Probleme beim Abbeißen und beim Sprechen. Manche Kinder lispeln deutlich. Häufig entsteht ein offener Biss durch langes Daumenlutschen oder den Schnuller über das dritte Lebensjahr hinaus. Auch eine falsche Zungenruhelage kann die Ursache sein.
Engstand: Die Zähne haben zu wenig Platz und stehen schief oder überlappen sich. Die Zahnpflege wird schwieriger, weil die Zahnbürste nicht überall hinkommt. Dadurch steigt das Kariesrisiko. Engstand ist eine der häufigsten Fehlstellungen und lässt sich meist gut behandeln.
Tiefbiss: Die oberen Schneidezähne bedecken die unteren beim Zubeißen fast vollständig. Das kann zu Zahnfleischverletzungen am Gaumen und vorzeitiger Abnutzung der unteren Frontzähne führen. Langfristig können auch Kiefergelenkbeschwerden entstehen.
Lückenstand: Das Gegenteil vom Engstand – die Zähne stehen zu weit auseinander. Bei Kindern im Zahnwechsel ist das oft normal und schließt sich von selbst. Bleiben die Lücken bestehen, kann eine Behandlung sinnvoll sein.
Jede Fehlstellung hat unterschiedliche Auswirkungen – manche sind rein ästhetisch, andere beeinflussen Kauen, Sprechen oder die Zahngesundheit. Welche Behandlung nötig ist, hängt immer vom individuellen Fall ab.
Wann sollte dein Kind zum Kieferorthopäden
Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt verunsichert viele Eltern. Die Antwort ist einfacher als gedacht: Eine erste Kontrolle empfehlen wir im Alter von sechs bis acht Jahren. Das klingt früh, hat aber gute Gründe.
In diesem Alter beginnt der Zahnwechsel. Die ersten bleibenden Backenzähne und Schneidezähne brechen durch. Der Kieferorthopäde kann jetzt erkennen, ob sich alles normal entwickelt oder ob Handlungsbedarf besteht. Wichtig: Eine Kontrolle bedeutet nicht automatisch, dass sofort behandelt wird.
Was passiert bei der ersten Kontrolle?
- Untersuchung der Zähne und des Kiefers
- Einschätzung der Entwicklung
- Bei Bedarf: Röntgenbild oder 3D-Scan in unserem Diagnostikzentrum
- Beratung und Empfehlung für die nächsten Schritte
In vielen Fällen heißt es dann: Alles in Ordnung, wir sehen uns in ein bis zwei Jahren wieder. Und selbst wenn eine Fehlstellung vorliegt, muss nicht sofort behandelt werden. Oft wartet man auf den richtigen Zeitpunkt.
Der richtige Zeitpunkt für eine Zahnspange
Wenn eine Behandlung sinnvoll ist, stellt sich die Frage: Wann starten? Die Antwort hängt von der Art der Fehlstellung ab.
Normalfall – Behandlung zwischen 10 und 14 Jahren: Die meisten kieferorthopädischen Behandlungen beginnen, wenn die Milchzähne weitgehend ausgefallen sind. Der Kieferknochen ist noch formbar, die bleibenden Zähne sind da. Diese Phase bietet optimale Voraussetzungen für die Korrektur.
Frühbehandlung – manchmal schon ab 6 Jahren: Bei bestimmten Fehlstellungen ist frühes Eingreifen wichtig. Ein Kreuzbiss sollte zum Beispiel möglichst früh behandelt werden, weil er sonst das Kieferwachstum ungünstig beeinflusst. Auch ein stark ausgeprägter Überbiss kann eine Frühbehandlung erfordern.
Warum das Timing wichtig ist: Kinder wachsen besonders stark zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr. Mit losen Zahnspangen kann der Kieferorthopäde in dieser Phase das Kieferwachstum gezielt lenken. Bei Jugendlichen, die erst mit 14 oder 15 Jahren kommen, ist dieses Wachstum bereits abgeschlossen – manche Behandlungsoptionen fallen dann weg.
Mitarbeit zählt: Neben dem Alter spielt auch die Motivation deines Kindes eine Rolle. Eine Zahnspange erfordert regelmäßiges Tragen und gute Pflege. Wenn dein Kind selbst versteht, warum die Behandlung wichtig ist, klappt es meist viel besser.
Welche Arten von Zahnspangen gibt es für Kinder
Die Zahnspange von früher gibt es so nicht mehr. Heute stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung, die je nach Situation eingesetzt werden.
Lose Zahnspange: Die klassische herausnehmbare Spange wird vor allem bei jüngeren Kindern eingesetzt. Sie eignet sich besonders gut, um das Kieferwachstum zu beeinflussen und leichtere Fehlstellungen zu korrigieren. Die Spange wird meist nachts und einige Stunden am Tag getragen.
Feste Zahnspange: Mit festen Zahnspangen lassen sich Zähne präzise bewegen. Die Brackets werden auf die Zähne geklebt und mit Drähten verbunden. Diese Methode eignet sich für komplexere Korrekturen und wird meist ab dem späten Wechselgebiss eingesetzt.
Unsichtbare Aligner: Durchsichtige Schienen wie Invisalign sind auch für ältere Kinder und Jugendliche eine Option. Sie sind kaum sichtbar und herausnehmbar. Allerdings eignen sie sich nicht für jede Fehlstellung.
| Spangenart | Vorteile | Geeignet für |
|---|---|---|
| Lose Zahnspange | Herausnehmbar, gut für Kieferregulation | Jüngere Kinder, leichte Korrekturen |
| Feste Zahnspange | Präzise Zahnbewegung, effektiv | Komplexere Fehlstellungen |
| Invisalign | Fast unsichtbar, herausnehmbar | Ältere Kinder, bestimmte Fehlstellungen |
Welche Methode für dein Kind passt, klären wir gemeinsam in der Beratung. Manchmal kombinieren wir auch verschiedene Ansätze.
KIG-Einstufung und was die Krankenkasse übernimmt
Die Kosten für eine Zahnspange sind ein wichtiges Thema. In Deutschland gibt es das System der kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG), das festlegt, wann die Krankenkasse zahlt.
So funktioniert die KIG-Einstufung: Der Kieferorthopäde beurteilt die Schwere der Fehlstellung und ordnet sie einer von fünf Stufen zu. KIG 1 bedeutet eine leichte Abweichung, KIG 5 eine schwere Fehlstellung.
| KIG-Stufe | Bedeutung | Kassenleistung |
|---|---|---|
| KIG 1 | Leichte Abweichung | Keine Übernahme |
| KIG 2 | Geringe Fehlstellung | Keine Übernahme |
| KIG 3 | Ausgeprägte Fehlstellung | Kasse zahlt |
| KIG 4 | Stark ausgeprägt | Kasse zahlt |
| KIG 5 | Extrem ausgeprägt | Kasse zahlt |
Bei KIG 3 bis 5 übernimmt die Krankenkasse die Grundversorgung. Allerdings zahlst du zunächst 20 Prozent als Eigenanteil, der nach erfolgreicher Behandlung erstattet wird. Bei einem zweiten Kind in Behandlung sind es nur 10 Prozent.
Bei KIG 1 und 2 musst du die Kosten selbst tragen. Das heißt nicht, dass keine Behandlung sinnvoll ist – aber die Krankenkasse sieht sie als nicht medizinisch notwendig an.
Unser Tipp: Die Einstufung kann je nach Kieferorthopäde unterschiedlich ausfallen. Bei Grenzfällen lohnt sich eine Zweitmeinung. Außerdem bieten wir flexible Ratenzahlungen an, damit die Kosten planbar bleiben.
Was du als Elternteil tun kannst
Du musst kein Experte sein, um dein Kind gut zu begleiten. Mit ein paar einfachen Schritten hilfst du dabei, dass alles reibungslos läuft.
Früh kontrollieren lassen: Warte nicht, bis offensichtliche Probleme auftreten. Eine Kontrolle mit sechs bis acht Jahren gibt Sicherheit – und falls alles in Ordnung ist, kannst du entspannt sein.
Gewohnheiten beobachten: Achte darauf, ob dein Kind noch am Daumen lutscht, ständig durch den Mund atmet oder nachts schnarcht. Diese Dinge können Hinweise auf Entwicklungsauffälligkeiten sein.
Offene Fragen klären: Beim Kieferorthopäden darfst du alles fragen. Welche Behandlung ist nötig? Welche Alternativen gibt es? Was kostet es? Je besser du informiert bist, desto sicherer fühlst du dich.
Dein Kind einbeziehen: Erkläre deinem Kind altersgerecht, warum die Untersuchung wichtig ist. Wenn später eine Spange kommt, motiviere es positiv. Kinder, die den Sinn verstehen, arbeiten besser mit – und das beeinflusst den Behandlungserfolg.
Zahnspangen-Beratung bei Orthodentix
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