Muss mein Kind wirklich eine Spange mit Außenbügel tragen?

Dieses Modell gehört zu den gefürchtetsten Optionen im Bereich der Kieferorthopädie: die Zahnspange mit Außenbügel. Manche kennen sie aus Comics, andere von Freundinnen aus der eigenen Schulzeit.
Und nur die wenigsten dürften mit dem Gestell hauptsächlich positive Assoziationen verbinden. Auch wenn die Kinder, die eine solche Spange getragen haben, sich danach durchaus in vielen Fällen über ein strahlendes Lächeln mit geraden Zähnen freuen dürfen: Der Weg dorthin kann mühsam sein.
In den folgenden Abschnitten erfährst du, wann eine solche Spange zum Einsatz kommt und wie sie arbeitet.
Ob dein Kind eine Spange mit Außenbügel tragen muss, ist immer von individuellen Faktoren abhängig. Der behandelnde Kieferorthopäde hilft hier gern weiter.
Funktion Nr. 1: Das „Umlenken“ des Oberkieferwachstums
Viele Zahnfehlstellungen entstehen, weil der Oberkiefer „falsch“ wächst. Mithilfe eines Außenbügels ist es möglich, hier gegenzusteuern und zum Beispiel die Richtung zu ändern oder das Wachstum zu verlangsamen. Wenn es darum geht, besagtes Wachstum zu bremsen, ist es wichtig, die Spange oft zu tragen.
Leider reicht es in der Regel nicht aus, nur nachts auf die Korrektur zu setzen. Je nach Vorgabe bzw. Empfehlung muss die Spange auch tagsüber getragen werden.
Funktion Nr. 2: Das Zurückschieben von Zähnen, die zu weit vorn stehen
Hierbei handelt es sich um eine der wohl klassischsten Fehlstellungen überhaupt: Die Zähne im Oberkiefer liegen zu weit vorne. Und genau hier kann der Außenbügel besonders effektiv sein… zumindest dann, wenn er auch richtig angezogen wird. Ansonsten bleibt auch diese Apparatur hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Das Problem: Viele Patienten kommen mit dem Druck, der auf diese Weise erzeugt wird, nicht zurecht oder können sich mit dem Gesamtkonstrukt „Spange mit Außenbügel“ nicht anfreunden.
Gibt es Alternativen zum Außenbügel?
Leider ist es nicht möglich, diese Frage standardisiert zu beantworten. Denn: Welche Alternativen zur Verfügung stehen, ist natürlich auch immer von der jeweiligen Zahnfehlstellung abhängig.
Wenn zum Beispiel der Oberkiefer nur ein wenig zu weit vorne steht und der Unterkiefer ebenfalls nur ein wenig zurückliegt, ist es oft möglich, auf eine andere Art der Korrektur zu setzen. Solche Alternativen haben jedoch klar ihre Grenzen.
Schon gewusst? Wenn die Zähne zu weit vorne stehen, kann es gegebenenfalls ratsam sein, einzelne Zähne im Seitenbereich zu ziehen, um für mehr Platz zu sorgen. Diese Option zeigt allerdings, dass alternative Maßnahmen zur Spange mit Außenbügel auch nicht zwangsläufig schonend ausfallen müssen.
Distalisationsapparaturen und ihre Vor- und Nachteile
Wenn du dich bei deinem Kieferorthopäden in Bezug auf Alternativen zur Spange mit Außenbügel erkundigst, wird er dir eventuell sogenannte Distalisationsapparaturen vorschlagen. Diese Apparaturen werden im Mund angebracht und haben die Aufgabe, die seitlichen Zähne etwas weiter nach hinten zu schieben. Hierzu stützen sie sich oft auf den vorderen Zähnen ab.
Eine mögliche Nebenwirkung: Aufgrund des Drucks wandern die vorderen Zähne nach vorn. Auch die Alternative, das Abdrücken am Gaumen, wird von vielen als unangenehm empfunden. Mittlerweile nutzt man daher oft Mini-Implantate, die verhindern sollen, dass sich alles in eine unerwünschte Richtung verschiebt.
Viele Eltern kennen das Problem: Sie wünschen sich gerade Zähne für ihre Kinder, möchten ihnen allerdings eine Zahnspange mit Außenbügel ersparen. Vorweg: Wie belastend ein solches Modell ist, ist von vielen Faktoren abhängig. Manche tragen die Spange „einfach so nebenbei“, weil es eben wichtig ist. Für andere stellt ein solches Konstrukt ein absolutes No-Go dar.
In diesem Blogpost erfährst du, welche Aufgaben die Spange mit Außenbügel hat und ob es gegebenenfalls Alternativen gibt.





