Wann stoßen Aligner an ihre Grenzen?

Vielleicht hast auch du Freunde im Bekanntenkreis, die nicht müde werden, immer wieder zu betonen, wie effektiv ihnen Aligner dabei geholfen haben, „endlich wieder mit einem wunderschönen Lächeln durchs Leben gehen zu können“.
Und klar: Viele dürften sich in einem solchen Moment die Frage stellen, ob Aligner wirklich „alles“ können bzw. wo die Grenzen liegen. Um eines vorwegzunehmen: Aligner sind nicht dazu in der Lage, JEDE Fehlstellung zu korrigieren.
Daher kann es durchaus sein, dass du mit dem Wunsch nach Schienen auf dem Behandlungsstuhl deines Kieferorthopäden Platz nimmst und mit der Empfehlung für eine feste Spange wieder gehst.
Wann werden Alternativen zu Alignern relevant?
Wie es so oft in der Kieferorthopädie der Fall ist, lässt sich diese Frage nicht standardisiert beantworten. Als Grundregel gilt jedoch: Müssen deine Zähne vergleichsweise viel bewegt werden, damit ein gerades Ergebnis erzielt werden kann, wird dir der Kieferorthopäde wahrscheinlich zu einer festen Spange raten. So sind die Schienen zum Beispiel für Überbisse und vergleichsweise große Zahnlücken nicht geeignet.
Ein weiterer Faktor, der in diesem Zusammenhang relevant wird, ist das Alter. Denn: Damit Aligner optimal arbeiten können, braucht es eine weiche Kiefermuskulatur. Und diese ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen gegeben. (Zum Vergleich: Die Zähne von Erwachsenen lassen sich nur noch in den einzelnen Knochenfächern bewegen.)
Und auch die Form der einzelnen Zähne entscheidet darüber, ob Aligner überhaupt richtig greifen können.
„Zu schief“: Wenn feste Zahnspangen als „Plan B“ relevant werden…
Immer wieder (und ja, auch auf diesen Seiten) liest man, dass es Zähne gibt, die schlicht „zu schief“ seien. Aber was bedeutet dieses „zu schief“ eigentlich in Zahlen? Gibt es hier einen Richtwert?
Sagen wir so: Die Wahrscheinlichkeit, dass man dir mit Zähnen, die 45° (oder mehr) nach hinten (oder vorne) stehen, von Alignern abraten wird, ist sehr hoch.
Feste Zahnspangen können alle Zähne in Bewegung versetzen, Aligern begrenzt und vor allem im Bereich der Vorderzähne. Deine Backenzähne lassen sich mit den Schienen quasi nicht verrücken – vor allem, wenn es darum geht, sie um mehr als 20° zu drehen.
Auch Verletzungen am Zahnfleisch können dafür sorgen, dass dein Kieferorthopäde Aligner ausschließt
Du hast Verletzungen am Zahnfleisch oder immer wieder Zahnfleischbluten? Gegebenenfalls rät dir dein Kieferorthopäde auch deswegen von Alignern ab.
Aufgrund ihrer Form (und weil sie ja auch irgendwie Halt in deinem Kiefer finden müssen) können sie dein Zahnfleisch gegebenenfalls noch mehr reizen. Und das gilt es natürlich, zu vermeiden.
Zusatztipp: Die Gesundheit und den Zustand deines Zahnfleischs kannst du bis zu einem gewissen Grad natürlich auch selbst beeinflussen. Sprich hierzu am besten mit deinem Zahnarzt.
Aligner sind praktisch, gelten als „quasi unsichtbar“ und können dir dabei helfen, einen Schritt mehr in Richtung „strahlendes, perfektes Lächeln“ zu gehen. Oft, aber eben nicht immer.
Nicht alle Fehlstellungen lassen sich mit den Schienen beseitigen. In diesem Artikel erfährst du, was theoretisch möglich ist und was nicht. Und wer weiß? Vielleicht nimmt dir dieser Post ja auch die Angst vor einer festen Zahnspange? Diese gilt übrigens immer noch als klassische Alternative zu Alignern.





