Welche Zahnfehlstellungen muss man behandeln – und welche nicht?

Hast du dich schon einmal gefragt, wann Zähne als „perfekt“ gelten? Es ist sicherlich nicht falsch, zu behaupten, dass die Antwort auf diese Frage zu einem hohen Maß vom individuellen Geschmack abhängig ist. Gleichzeitig gilt, dass nicht jede Zahnfehlstellung über eine medizinische Grundlage verfügt und dementsprechend behandlungsbedürftig ist. Eine Überlegung, die in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle spielt, ist: Fühlen sich die Betroffenen im Alltag eingeschränkt?
In den folgenden Abschnitten erfährst du mehr zu diesem – durchaus spannenden – Thema. Wenn du dir unsicher darüber bist, ob deine Fehlstellung behandelt werden sollte, kannst du dich natürlich jederzeit an einen Kieferorthopäden deines Vertrauens wenden.
Für „Schönheitsfehler“ reichen oft Schienen aus
So gut wie jeder Kieferorthopäde kennt diese Art von Zahnfehlstellung: Die Zähne sitzen nicht an der 100% richtigen Position und stellen für die Betroffenen vor allem ein optisches Problem dar. Oft handelt es sich hierbei um feine Nuancen, die anderen überhaupt nicht erst auffallen.
Und dennoch kann der Leidensdruck hoch sein. Wer unzufrieden mit sich und seinem Aussehen ist, verspürt oft weniger Lebensfreude.
In vielen Fällen lassen sich kleinere, wenig ausgeprägte Zahnfehlstellungen gut mithilfe von Schienen korrigieren. Diese müssen dann – je nach Ausmaß – oft auch nicht lange getragen werden. Auch Veränderungen am Kiefer selbst sind hier nicht nötig.
Das Problem: Wenn nur wenig korrigiert werden muss, haben die Zähne wenig Spielraum. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie wieder in die (unerwünschte) Ausgangsposition „wandern“, wenn du die Schiene nicht mehr regelmäßig trägst.
Gleichzeitig gilt: Je schwerwiegender die Fehlstellung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Tragen einer Schiene nicht ausreicht.
Aber wann ist genau diese Grenze erreicht? Und wann spielt nicht mehr nur die Optik eine wichtige Rolle?
Medizinisch relevante Zahnfehlstellungen führen zu Einschränkungen im Alltag
… und diese können sich auf unterschiedlichen Ebenen zeigen. Manche Menschen können nicht mehr richtig zubeißen, andere leiden unter Kopfschmerzen (und bringen diese nicht zwangsläufig direkt mit ihrer Zahnfehlstellung in Verbindung). Wieder andere lispeln, haben Probleme beim Essen oder bemerken, dass sie ihre Zähne aufgrund der Position nicht mehr richtig pflegen können.
In diesen und in vielen weiteren Fällen reichen Aligner in der Regel nicht aus. Hier stellt sich – oft aufgrund des hohen Leidensdrucks – oft auch nicht die Frage, OB die Zahnfehlstellung behandelt werden sollte.
Vielmehr wird dir jeder professionelle Kieferorthopäde empfehlen, deine Zähne richten zu lassen – allein schon, weil hiermit eine gesteigerte Lebensqualität einhergehen kann.
Bitte keine Selbstdiagnosen!
Wenn du eine Zahnfehlstellung bei dir bemerkst, solltest du dich immer beraten lassen. Vielleicht handelt es sich „nur“ um ein optisches Problem, vielleicht aber auch um eine Fehlstellung, die weitere Folgen nach sich ziehen kann und bei der es sinnvoll ist, schnell zu agieren.
Dein Kieferorthopäde hilft dir weiter. Er berät dich nicht nur in Bezug auf Schienen, Spangen und Co., sondern kann dir in den meisten Fällen auch einen kleinen Ausblick geben, wie lange die Behandlung in etwa dauern wird.
Nicht jede Zahnfehlstellung muss sofort behandelt werden. Aber wann ist wirklich eine Korrektur nötig? In vielen Fällen reichen Schienen für kleinere, ästhetische Probleme aus. Wenn dein Gebiss jedoch auch in funktionaler Hinsicht beeinträchtigt ist und/ oder Folgebeschwerden drohen, handelt es sich meist bei einer Spange um das Mittel der Wahl.
Hier erfährst du, welche Zahnfehlstellungen medizinisch relevant sein können und warum es sinnvoll ist, sich im Zweifel an einen Kieferorthopäden zu wenden.




