Warum eine Spange deine Zähne ganz ohne Magie bewegen kann…

Wenn du einmal daran denkst, was deine Zähne im Alltag alles aushalten, könnte es sein, dass du skeptisch wirst: Wie schaffen es diese festen Zähne, nur mithilfe einer Spange in eine andere Position zu kommen? Klar: Bei einem gesunden Menschen sollten die Zähne nicht zu locker sein. Absolut „bewegungsunfähig“ sind sie allerdings nicht. Ein wenig beweglich sollten sie immer sein.
Ein Blick auf die Details: Wie halten Zähne das alles aus?
Zähne sind eine Art „Wunderwerk“. Auch weil sie gleichzeitig fest und flexibel sind. Damit einem Rücken in die richtige Position möglichst nichts im Wege steht, braucht es die passende Anatomie. Jeder Zahn steckt mit seiner Wurzel in einem Fach im Kieferknochen.
Zwischen der Wurzel und dem Fach liegt ein kleiner Zwischenraum. Darin sind feine Fasern gespannt, die die Wurzeln und den Kiefer miteinander verbinden.
Wenn ein Zahn bewegt wird, wird er auf der einen Seite gegen die Wand gedrückt und auf der anderen Seite von der Wand weggezogen.
An der Stelle, an der der Zahn gegen die Wand gedrückt wird, werden die Blutgefäße, die sich hier befinden, abgedrückt. Die Folge: ein Sauerstoffmangel. Der Körper schickt, um gegenzusteuern, Zellen. Diese bauen den Knochen langsam ab. So kann wieder Sauerstoff zugeführt werden.
Durch das Ziehen auf der anderen Seite wird in diesem Bereich der Knochen angebaut. All das führt dazu, dass sich das Knochenfach parallel zum Zahn verschiebt.
Welche Zähne können überhaupt bewegt werden?
Gesunde Zähne lassen sich in der Regel immer bewegen. Auch noch im Erwachsenenalter. Wichtig sind lediglich eine intakte Zahnwurzel (inklusive Haltefasern) und ein gesunder Kieferknochen.
Natürlich ist es wichtig, zu berücksichtigen, dass das Erreichen der richtigen Position nicht immer gleichschnell vonstattengeht. Je nach Alter und Stoffwechsellage kann das Ganze mal mehr und mal weniger Zeit in Anspruch nehmen.
Ganz wichtig: Jeder empfindet etwas anderes als „unangenehm“
„Tut das nicht weh?“ Sicherlich handelt es sich hierbei um eine Frage, mit der bereits jeder Kieferorthopäde mindestens einmal konfrontiert wurde. Eine Standardantwort gibt es allerdings nicht. In den meisten Fällen ist die Anfangsphase für die meisten Patienten jedoch am unangenehmsten.
Bei festen Zahnspangen fühlt sich das Ganze meist für einen Zeitraum von etwa drei bis fünf Tagen etwas empfindlich an. Wer sehr leidet und das Gefühl schon in den Bereich der Schmerzen einordnen würde, kann auch ein leichtes Schmerzmittel nehmen. Dieses sollte jedoch nicht entzündungshemmend wirken, da dies den Umbauprozess im Kieferknochen beeinflussen kann. Und das ist natürlich nicht gewünscht.
Und wie immer gilt: Wenn du Fragen haben solltest, hilft dir natürlich auch gern dein Kieferorthopäde weiter.
Manchmal dauert es ein wenig länger, manchmal geht auch alles ganz schnell: Fest steht aber, dass das Bewegen deiner Zähne, zum Beispiel mithilfe einer festen Spange, kein Hexenwerk ist.
Dass das Positionieren oft so gut funktioniert, liegt an der Anatomie bzw. an der Befestigung der Zähne in ihren jeweiligen Fächern. In diesem Artikel erfährst du, wie das Ganze genau funktioniert und welche Art von unangenehmem Gefühl (gerade in den ersten Tagen) normal ist.





