Darum ist es so wichtig, dass du dich an die empfohlenen Tragezeiten hältst

Zugegeben: Im Zusammenhang mit einer festen Zahnspange stellt sich diese Frage überhaupt nicht. Umgekehrt dürften viele Kieferorthopäden die Situation kennen, dass sich vor allem Patienten, die eine lose Zahnspange tragen sollen, fragen, ob sie diese zum Beispiel über Nacht oder tagsüber tragen müssen.
Fragen wie diese beziehungsweise die dazugehörigen Antworten können problematisch sein. In diesem Artikel erfährst du, warum du dich in jedem Fall an die empfohlenen Tragezeiten halten solltest, um sicherzustellen, dass dich deine Zahnspange nicht länger als nötig begleitet.
Was haben Zahnspangen und Armdrücken gemeinsam?
Wie wichtig es ist, deine Zahnspange möglichst regelmäßig und dementsprechend auch nachts (beziehungsweise tagsüber) zu tragen, zeigt ein kleiner Vergleich. Denke an klassisches Armdrücken. Auf der einen Seite steht deine Zahnspange, auf der anderen dein Kiefer mit all den Kräften, die er für das Wachstum aufbringt. Stell dir nun vor, dass du nachts acht Stunden schläfst und währenddessen deine Zahnspange trägst. Während dieser Zeit befindet sich deine Spange im „Wettkampfmodus“. Sie drückt die Zähne in die gewünschte Richtung. Wenn du nun die Spange tagsüber herausnimmst, hat der Gegenspieler etliche Stunden Zeit, um seine Kraft zu entfalten. Er drückt also den ganzen Tag in die entgegengesetzte Rechnung. Infolgedessen bewegen sich die Zähne wieder etwas mehr in die ursprüngliche Position zurück.
In der darauffolgenden Nacht geht der Kampf wieder los. Und auch, wenn es der Kiefer auf lange Sicht nicht schaffen dürfte, sich wieder in seine alte Position zu bewegen, sollte klar sein, dass die Korrektur deiner Zähne durch den ständigen Wechsel länger dauert.
Von Anfang an wichtig: Konsequentes Tragen
Deine Zahnspange kann am effektivsten arbeiten, wenn du sie konsequent trägst. Auch ein Herausnehmen nach 12 Stunden und ein darauffolgendes Tragen für 12 Stunden hätte einen ähnlichen Effekt wie oben beschrieben. Im Idealfall solltest du deine Zahnspange gerade am Anfang besonders viel tragen.
Somit schaffst du eine verlässliche Basis für deine Zahnkorrektur. „Basis“ bedeutet, bezogen auf das Beispiel mit dem Armdrücken, dass du dir (um beim Beispiel des Armdrückens zu bleiben) eine Führung aufbauen kannst, um das Ganze später etwas später vielleicht etwas entspannter angehen zu lassen.
Auch hier solltest du aber in jedem Fall Rücksprache mit deinem Kieferorthopäden halten. Jede Fehlstellung ist anders. Daher kann es sein, dass manche sich etwas früher eine kurze Tragepause gönnen können als andere, ohne merkliche Einbußen hinnehmen zu müssen.
Was kann eine lose Zahnspange und was nicht?
Lose Zahnspangen bieten dir ein hohes Maß an Flexibilität, werden jedoch in der Regel nicht für Feineinstellungen an den Zähnen verwendet. Wenn es darum geht, grobe Arbeiten mit dem Ziel, mehr Platz zu schaffen, zu verrichten, handelt es sich bei ihnen oft um das Mittel der Wahl. Allerdings geraten diese Spangen an ihre Grenzen, wenn es um wirklich genaue Zahneinstellungen geht. Der Grund: Aufgrund ihrer Konstruktion ist es losen Zahnspangen oft nicht möglich, bestimmte Bewegungen zu realisieren. Vor allem das Auf- und Ab-Bewegen der Zähne kann mit ihnen zu einer unüberwindbaren Herausforderung werden, da sie die Zähne ohnehin nur schlecht fassen können.
Doch keine Sorge: Du musst natürlich nicht selbst entscheiden, ob du eine lose oder eine feste Zahnspange trägst. Dein Kieferorthopäde zeigt dir deine Möglichkeiten auf und händigt dir selbstverständlich auch einen Plan aus, aus dem du entnehmen kannst, wie oft und wie lange du deine Spange eingesetzt lassen solltest. Und dass es sinnvoll ist, sich an besagten Plan zu halten, dürfte anhand der obigen Abschnitte klar geworden sein.
Lose Zahnspangen sind flexibel, erfordern jedoch auch ein hohes Maß an Konsequenz von ihren Trägern.
In diesem Artikel erfährst du, warum es wichtig ist, sich an die empfohlenen Tragezeiten zu halten, und was Armdrücken und Zahnspangen gemeinsam haben.





